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Ganz kleines 1 x 1 des Fotografierens

Eine praxisorientierte Einführung

 

Schärfe Licht  Verschluß Blende  Schärfentiefe Objektiv und Brennweite Lichtmessung Sucher  Film  Zum Seitenende

 

Einleitung

Diese Einführung richtet sich an diejenigen, die noch keine oder kaum Erfahrung mit dem Fotografieren haben. Sie möchte auf knappem Raum das Wissen vermitteln, das notwendig ist, um technisch gelungene Fotos zu "schießen". Nicht erklärt werden hier die Grundlagen der grafischen Gestaltung eines Fotos (Bildausschnitt etc.) sowie die Entwicklung von Filmen und das Vergrößern eines Fotos, d. h. das Aufs-Papier-Bringen. Außerdem fehlen Erläuterungen zur Handhabung einer Kamera. Letzteres läßt sich für gewöhnlich in der Anleitung einer Kamera nachlesen.

Was ist ein technisch gutes Foto? In einem Satz gesagt: Ein Foto, bei dem Schärfe und Licht stimmen. Das heißt, das Foto weist die vom Fotografen gewünschte Schärfe auf und wurde mit der passenden Lichtmenge belichtet.

Schärfe

Was Schärfe ist, weiß an sich jeder, aber tatsächlich gibt es in der Fotografie drei Arten von Schärfe:

  • Einstellungsschärfe bedeutet, das zu fotografierende Objekt mit Hilfe des Einstellungsrings am Objektiv und dem Blick durch den Sucher scharf zu stellen, also zu fokussieren. Bei Autofokus-Kameras geschieht dies automatisch.
  • Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe) meint denjenigen Bereich, der auf dem Foto vor und nach dem fokussierten Objekt außerdem noch scharf wird. Er wird vor allem von der Größe der Blende beeinflußt .
  • Bewegungsschärfe nennt man das scharfe Wiedergeben eines sich bewegenden Objekts, was man mit einer möglichst kurzen Belichtungszeit erreicht. Allerdings ist das nicht unbedingt gewünscht, z. B. wenn man durch ein verwischtes Objekt den Eindruck der Bewegung erreichen will.


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Licht

Damit ein Negativ nach der Entwicklung überhaupt etwas zeigt, muß es richtig belichtet werden, d. h. es muß genug Licht auf den Film fallen. Die Menge des einfallenden Lichts wird durch zwei Faktoren bestimmt, zum einen durch die Größe der Blende, eine Öffnung des Objektivs, die vor dem Film liegt; zum anderen durch die Dauer der Belichtung, die Verschlußzeit heißt, weil ein Verschluß vor der Blende für eine bestimmte Zeit geöffnet wird. Man kann sowohl mit kurzer Zeit und großer Blende als auch mit langer Zeit und kleiner Blende die benötigte Lichtmenge auf den Film lassen; es sind also Kombinationen möglich, sofern sie in der Summe die gleiche Lichtmenge ergeben.

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Verschluß

Mit dem Verschluß reguliert man also a) die Zeit, in der Licht auf den Film fällt, und b) die Schärfe, mit der bewegte Objekte fotografiert werden.

Die Verschlußzeit wird meist als Nenner eines Bruchs dargestellt. "1000" heißt dann nicht 1000 Sekunden, sondern 1/1000 Sekunden. Für ganze Sekunden stehen deshalb zur Unterscheidung bei vielen Kameras andersfarbige Ziffern.

Viele Kameras haben für die Belichtung eine Automatik. Bei der Vollautomatik werden sowohl Verschlußzeit als auch Blende automatisch eingestellt; dafür gibt es häufig Programme, die auf bestimmte Situationen wie etwa Nah- oder Sportaufnahme abgestimmt sind. Bei einer Halbautomatik wird entweder nur die Verschlußzeit oder nur die Blende automatisch eingestellt, während der andere Wert noch manuell gewählt werden kann. Ein "B" bei der Verschlußzeit bedeutet, daß so lange belichtet wird, wie der Auslöser gedrückt wird. Falls gewünscht, also auch minutenlang.

Die Verschlußzeit sollte so gewählt sein, daß man - falls man nicht mit Stativ arbeitet - beim Auslösen nicht verwackelt. Als Faustregel gilt es, keine längere Zeit zu wählen als den Kehrbruch der Brennweite des verwendeten Objektivs. Benutzt man ein 50 mm-Objektiv, sollte man längstens mit 1/60 Sekunde fotografieren.

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Blende

Die Blende reguliert a) die Lichtmenge, die durch den Verschluß auf den Film fällt, und b) das Ausmaß der Schärfentiefe. Welche Blenden überhaupt einstellbar sind, ist abhängig vom verwendeten Objektiv und der Brennweite. Bei einem Zoom-Objektiv, das mehrere Brennweiten enthält, ändern sich die verfügbaren Blenden mit dem Verstellen der Brennweite. Hat man beim Zoom-Objektiv 35 mm (Weitwinkel) eingestellt, ist die kleinste Blendenzahl eine andere, als wenn man die 80 mm (Tele) eingestellt hat.

Die Blende ist, wie gesagt, ein Verschluß im Objektiv, der in der Größe variabel ist, durch den also unterschiedlich viel Licht fällt. Dabei ist zunächst gewöhnungsbedürftig, daß eine kleine Blendenzahl tatsächlich eine große Öffnung der Blende bedeutet, und zwar aus folgendem Grund: Die Blendenzahl gibt an, mit welchem Faktor die jeweilige Öffnung mulitipliziert werden muß, damit sie so groß ist wie der gesamte Durchmesser des Objektivs. Bei einer großen Öffnung ist dieser Faktor natürlich recht klein.

Zur Schärfentiefe muß man sich folgendes merken: Je kleiner die Blendenöffnung (bzw. je größer die Blendenzahl), desto größer ist die Schärfentiefe, also der Bereich, der vor und hinter dem scharf eingestellten Objekt noch scharf wird. Die Blende ist der wichtigste Faktor bei der Schärfentiefe. Nicht ganz so starke Auswirkungen haben die Brennweite und die Entfernung zum Objekt. Es gilt: Je kleiner die Brennweite (d.h. je weniger Millimeter), desto größer wird die Schärfentiefe. Je weiter das eingestellte Objekt von der Kamera entfernt ist, desto größer wird die Schärfentiefe. Grundsätzlich liegen 1/3 des gesamten Schärfentiefebereichs vor dem Objekt und 2/3 hinter ihm.

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Schärfentiefe

Warum ist die Schärfentiefe (zur Erläuterung siehe auch Abschnitt Blende) eigentlich so wichtig? Der Grund liegt vor allem in zwei wesentlichen Unterschieden zwischen dem menschlichen Auge und der Kamera.

Zum einen sieht der Mensch dreidimensional, die Kamera natürlich nur zweidimensional. Deshalb kann es z. B. passieren, daß ein Ast, der beim dreidimensionalen Sehen eindeutig hinter einer Person war, auf dem zweidimensionalen Foto plötzlich aus dem Kopf der Person zu wachsen scheint. Da dem Foto die Räumlichkeit fehlt, kann man versuchen, sie durch die Schärfentiefe zu ersetzen, z. B. indem man den Kopf zwar scharf stellt, den Ast jedoch unscharf, so daß dieser sich deutlich von jenem abhebt und auf dem Foto den Eindruck der Räumlichkeit beim Betrachter hervorruft.

Zum anderen ist es so, daß dem Auge zwar alles im Gesichtsfeld scharf erscheint, dies aber nur eine Täuschung ist, weil das Auge sehr schnell die Scharfeinstellung an verschiedene Objekte anpaßt. Die Kamera liefert dagegen ein Bild mit einem ganz bestimmten Grad an Schärfe, der sich nachträglich nicht ändern läßt. Dafür kann man aber mit der Wahl der Blende beeinflussen, ob auf dem Foto ein großer oder ein kleiner Bereich scharf wird und welcher Bereich scharf wird.

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Objektiv und Brennweite

Die mehrfach erwähnte Brennweite ist auf dem Objektiv angegeben und wird in Millimetern gemessen. Die Brennweite gibt, vereinfacht gesagt, an, wie groß der abzubildende Ausschnitt aus der Wirklichkeit wird.

Eine kleine Brennweite zeigt auf einem Foto mehr als eine große Brennweite. Eine kleine Brennweite nennt man auch Weitwinkel. Sie benutzt man etwa, um eine weite Landschaft aufzunehmen. Dabei ergeben sich allerdings leichte Verzerrungen, die man deutlich erkennt, wenn man mit dem Weitwinkel nah an ein Gesicht herangeht. Die Nase erscheint dann viel größer als der Rest.

Eine große Brennweite bezeichnet man auch als Tele. Das Tele holt wie ein Fernglas Objekte näher heran, zeigt dafür gegenüber dem Weitwinkel aber auch nur einen kleinen Ausschnitt. Wegen der erwähnten Verzerrungen beim Weitwinkel ist es auch nicht egal, ob man ein Objekt aus größerer Entfernung mit dem Tele oder geringerer Entfernung mit dem Weitwinkel aufnimmt. Übrigens entspricht eine 50 mm-Brennweite in etwa der Perspektive des menschlichen Auges.

Objektive unterscheiden sich nicht nur durch die Brennweite, sondern auch durch die Lichtstärke, d. h. die maximale Blendenöffnung. Ein Objektiv, dessen größte Blendenöffnung 2 ist, hat mehr Lichtstärke als eins, dessen größte Blendenöffnung 2,8 hat, und kann deshalb bei entsprechend schlechteren Lichtverhältnissen noch richtig belichten.

Lichtmessung

Woher weiß man, welche Lichtmenge für eine korrekte Belichtung erforderlich ist? Die Kamera mißt das durch das Objektiv fallende Licht und zeigt an, ob die Menge für die gewählte Blenden-Zeitkombination ausreicht. Bei Halb- oder Vollautomatik verändert sie dann noch Blende oder Zeit entsprechend.

Ganz so einfach ist das Problem der Belichtung aber auch nicht. Während nämlich das menschliche Auge durch Pupillenverengung und -erweiterung mit jedem Hell-Dunkel-Kontrast fertig wird, kann beim Foto ja nur eine bestimmte Verschlußzeit gewählt werden, die dann für die hellsten und die dunkelsten Stellen eines Fotos zugleich passen soll. Die Kamera selbst hat standardmäßig eine Lichtmessung, die nur den Durchschnittslichwert für das gesamte Bild ermittelt und dabei den Lichtwert der Mitte des Bildes ein wenig stärker betont, weil sich dort meist das zu fotografierende Objekt befindet. Dies ist die sog. mittenbetonte Integralmessung. Anspruchsvollere Kameramodelle verfügen über mehrere Arten der Lichtmessung.

Hat man bspw. ein Gesicht vor einem sehr hellen Hintergrund vor sich, ist die Belichtungsmessung insofern falsch, als die Kamera, die den gesamten hellen Hintergrund in die Messung miteinbezieht, eine Belichtung für erforderlich hält, die zu gering ist, um das (dunklere) Gesicht richtig abzubilden. Sie berücksichtigt dann nicht, daß nur das Gesicht korrekt belichtet werden soll, nicht aber der Hintergrund. Umgekehrt schlägt die Kamera eine für das Objekt zu lange Belichtung vor, wenn sich dies vor Dunkelheit befindet.

Um dies zu beheben, gibt es drei Möglichkeiten, allerdings sind nicht alle bei allen Kameratypen möglich:

  1. Man wählt zunächst einen anderen Bildausschnitt, z. B. einen, der keinen zu hellen Himmel enthält, mißt das dort befindliche Licht und stellt Verschluß und Blende passend. Dann wählt man den endgültigen Ausschnitt und behält die Einstellung bei. Bei vielen modernen Kameras genügt es, beim ersten Ausschnitt den Auslöser leicht zu drücken, so daß gemessen wird, und den Auslöser dann weiter gedrückt zu halten. Dann speichert die Kamera nämlich die Messung des ersten Ausschnitts, so daß beim Auslösen mit dieser Messung belichtet wird.
  2. Man bedient sich - sofern an der Kamera vorhanden - der sog. Selektivmessung, bei der die Kamera nur das Licht innerhalb eines kleinen, im Sucher angezeigten Kreises mißt, der dann das entscheidende Objekt enthalten muß. Auch hier kann man durch Gedrückthalten die Messung speichern und den Ausschnitt noch einmal verändern.
  3. Man korrigiert die Lichtmessung manuell. So ist es beim Fotografieren eines dunklen Gesichts vor hellem Hintergrund ratsam, tatsächlich mehr Licht auf den Film fallen zu lassen, als die Kamera vorgibt, damit das dunkle Gesicht heller wird. Dazu muß man die durch Blende und Zeit bestimmte Lichtmenge um einen "Lichtwert" erhöhen. Dafür wählt man entweder die nächstgrößere Blende (nächstkleinere Blendenzahl) oder die nächstlängere Verschlußzeit. Umgekehrt reduziert man die Lichtmenge, wenn das eigentliche Objekt hell und umgeben von Dunkelheit ist. Nicht alle Situationen erfordern eine Korrektur um einen Lichtwert, manche benötigen eine Korrektur um einen halben oder zwei Lichtwerte, aber als Faustregel ist die Korrektur um einen Lichtwert durchaus geeignet.
Wegen der erwähnten Schwächen der normalen Lichtmessung benutzen Berufsfotografen einen separaten Lichtmesser, den sie direkt an das zu fotografierende Objekt halten.

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Sucher

Bei den meisten Spiegelreflexkameras kann man mehrer Ringe beim Blick durch den Sucher erkennen. In dem Ring, der das Fokussieren anzeigt, befindet sich oft ein Querbalken, der den oberen und unteren Teil eines dadurch gesehenen Objektes voneinander versetzt aussehen läßt, sofern das Objekt nicht scharfgestellt ist. Eine sog. Mattscheibe zeigt nur dann ein klares Bild, wenn das Objekt richtig fokussiert ist. Weitere Ringe können z. B. für die Selektivmessung benötigt werden.

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Film

Die meisten Kameras im nicht-professionellen Bereich arbeiten mit dem Kleinbildformat.

Die Empfindlichkeit eines Films wird nach zwei Normen angezeigt, nämlich nach der ISO und der DIN. Die ISO hat sich in den letzten Jahren zunehmend durchgesetzt und weist eine Skala auf, bei der die Verdoppelung des Wertes auch eine Verdoppelung der Lichtempfindlichkeit bedeutet. So hat ein Film mit ISO 200 die doppelte Empfindlichkeit wie ein Film mit ISO 100, aber nur die halbe Empfindlichkeit wie ISO 400. Je empfindlicher ein Film ist, umso mehr Restlicht kann er "einfangen", d. h. mit umso weniger Licht kommt er aus, um ein richtig belichtetes Foto zu erzeugen. Je empfindlicher der Film, desto grobkörniger werden aber auch die Fotos. Allerdings fällt dies erst bei hohen Empfindlichkeiten - ab etwa 1200 ISO - wirklich auf.

 


 

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